Integrierte Versorgung in den Kantonen

Integrierte Versorgung heisst Vernetzung in der Gesundheitsversorgung. Seit den 90er Jahren wurden in der Schweiz diverse integrierte Versorgungsinitiativen implementiert. Es besteht jedoch nach wie vor ein grosses Potenzial zur breiteren Umsetzung einer patientenzentrierten Versorgung und zur stärkeren Koordination zwischen den Leistungserbringen. Die GDK will der Förderung von Integrierter Versorgung zusätzliche Impulse verleihen und auch die Gestaltungsmöglichkeiten der Kantone aufzeigen.

Hintergrund

In der Gesundheitsforschung und Politik besteht ein breiter Konsens, dass die Versorgungspartner (Leistungserbringer, Patienten, Kostenträger) besser vernetzt und koordiniert werden müssen, damit die Qualität, die Sicherheit und Effizienz der Versorgung steigen und das System bezahlbar bleibt. 

Die Integration der Versorgung startete in der Schweiz anfangs der neunziger Jahre mit Gemeinschaftspraxen (HMO) und Ärztenetzen. Seither hat sich die bessere Vernetzung und Koordination auf eine Vielzahl von Leistungserbringern wie Spitäler und Spitex-Organisationen ausgeweitet. Es besteht jedoch nach wie vor ein grosses Potenzial zur Verbesserung der Integrierten Versorgung. Denn häufig umfasst die Integration nur wenige Versorgungsebenen und nicht den gesamten Behandlungs- und Betreuungsprozess. Ausserdem sind bei der Umsetzung von Integrierter Versorgung grosse regionale und (sprach-)kulturelle Unterschiede festzustellen.

Damit sich Modelle der Integrierten Versorgung weiterentwickeln und verbreiten können, müssen die Rahmenbedingungen so verändert werden, dass eine integrierte, patientenorientierte Versorgung begünstigt wird. Hier sind nicht zuletzt die Kantone gefordert.

GDK-Projekt «Impulse für die Integrierte Versorgung in den Kantonen»

Anlässlich ihres 100-Jahre-Jubiläums will die GDK der Integrierten Versorgung zusätzliche Impulse verleihen und die gestaltende Kraft der Kantone unterstreichen. Sie hat dazu ein Mandat an das «fmc Schweizer Forum für Integrierte Versorgung» vergeben. fmc erarbeitete auf Basis dieses Mandats einen Leitfaden (PDF, 2 MB) mit Grundlagen und Hilfestellungen, damit die Kantone die Gesundheitsversorgung – im Rahmen ihrer Zuständigkeiten – vermehrt in Richtung einer integrierten Versorgung lenken können.

Definition Integrierte Versorgung

«Integrierte Versorgung» wird in der Regel gleichbedeutend mit «koordinierter» oder «vernetzter» Versorgung verwendet. Eine einheitliche Definition von «Integrierter Versorgung» bzw. von integrierten Versorgungsmodellen gibt es nicht – je nach Kontext und treibendem Akteur sind die einzelnen Elemente unterschiedlich ausgestaltet und werden unterschiedlich gewichtet.

Integrierte Versorgungsmodelle zeichnen sich durch die strukturierte und verbindliche Zusammenarbeit verschiedener Leistungserbringer und Professionen über den ganzen Behandlungspfad aus. Die Patientinnen und Patienten nehmen eine aktive Rolle ein, indem sie zum selbständigen Umgang mit einer Krankheit befähigt und in die Behandlungsentscheide einbezogen werden. Eine Bezugsperson dient den Patientinnen und Patienten als Behandlungskoordinatorin und erste Ansprechpartnerin. Ein weiteres zentrales Element sind standardisierte Protokolle und Behandlungspfade, welche eine strukturierte Entscheidungsfindung ermöglichen sollen. Die laufende Dokumentation der Krankheitsgeschichte in einem elektronischen Patientendossier, auf welches der Patient und alle relevanten Fachpersonen Zugriff haben, ist eine Voraussetzung zur Umsetzung von integrierten Versorgungsmodellen.

(Quelle: S. Djalali, Th. Rosemann, Obsan 2015)

Schweizer Forum für Integrierte Versorgung fmc

Das Schweizer Forum für Integrierte Versorgung fmc veröffentlicht einmal im Jahr ein zukunftsweisendes Thema zur Integrierten Versorgung in einer eigenständigen Publikation. Sie finden dort auch noch weitere Publikationen des fmc.

BAG-Projekt «Koordinierte Versorgung»

Das Bundesamt für Gesundheit hat im Januar 2015 das Projekt «Koordinierte Versorgung» initiiert. Das Projekt hat zum Ziel, die koordinierte Versorgung für Personen mit chronischen und mehrfachen Erkrankungen zu verbessern. Im Rahmen dieses umfassenden Projekts wurden verschiedene Mandate in Auftrag gegeben und diverse Berichte veröffentlicht.

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