Jahrestagung der GDK: Treffen der Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren im Wallis im Zeichen der Brandkatastrophe

22. Mai 2026

Die Jahrestagung der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) in Sion stand im Zeichen des Gedenkens an die Todesopfer und die Verletzten der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Die Plenarversammlung liess sich unter anderem über den aktuellen Stand des Dreiphasenplans für eine stärkere Zusammenarbeit der Kantone bei der Spitalplanung informieren.

Die Mitglieder der GDK trafen sich während zwei Tagen in den Suva-Kliniken in Sion. Dort befinden sich mehrere Patientinnen und Patienten der Brandkatastrophe in Rehabilitation. «Wir denken weiterhin an die Verstorbenen und Verletzten. Und wir denken auch an all jene, die geholfen haben, Leben zu retten und die Verletzten zu behandeln – und dies weiterhin tun. Die Tragödie wird uns noch lange beschäftigen», sagte GDK-Präsident Lukas Engelberger vor den Mitgliedern und Gästen. «Dieses Drama hat uns auf schmerzhafte, aber sehr konkrete Weise vor Augen geführt, wie wichtig ein effizientes und leistungsfähiges Spital- und Rettungssystem ist, das von qualifizierten und wertgeschätzten Fachpersonen getragen wird», sagte Mathias Reynard, Vorsteher des Walliser Gesundheitsdepartements.

Die Erfahrungen aus der Brandkatastrophe fliessen in die laufenden Arbeiten von Bund und Kantonen zur Stärkung der Katastrophenmedizin ein. Die GDK-Mitglieder liessen sich über den Stand der Arbeiten des Bundes zur künftigen Neuausrichtung des Nationalen Verbundes Katastrophenmedizin KATAMED informieren. Die Kantone werden in die weiterführenden Arbeiten einbezogen. 

Umsetzung des Dreiphasenplans zur Spitalplanung gestartet

Bei ihrer letzten Plenarversammlung vom November 2025 hatten die Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren weitreichende Beschlüsse zur Spitalplanung gefällt und den Dreiphasenplan verabschiedet. Dieser hebt die Zusammenarbeit der Kantone bei der Spitalplanung, die bereits heute gelebt wird, auf eine neue Ebene und wird in den nächsten Jahren umgesetzt.

Der Dreiphasenplan startet mit einem gesamtschweizerischen Versorgungsbericht, der derzeit vom Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan) erarbeitet wird und in der ersten Jahreshälfte 2027 vorliegen soll. Die Arbeiten für die zweite Etappe, in der die Kantone neu gemeinsam festlegen, welche Behandlungen und Eingriffe im Spital zur Grundversorgung gehören und welche zur Spezialversorgung zählen, sind ebenfalls angelaufen.

Beim Dreiphasenplan geht es um grundlegende Neuerungen der Spitalplanung. Die Umsetzung wird aufgrund der fachlichen Komplexität einige Zeit in Anspruch nehmen. Eine Verlagerung der Spitalplanungskompetenz zum Bund, wie sie die vom Nationalrat angenommene Motion 24.3505 vorschlägt, würde das System nicht vereinfachen, sondern verkomplizieren.

Pierre Maudet zum GDK-Vizepräsidenten gewählt

Regierungsrat Lukas Engelberger (BS), der die GDK seit 2020 präsidiert, wurde von den Mitgliedern für eine vierte Amtszeit als Präsident wiedergewählt. Zum Vizepräsidenten gewählt wurde Staatsrat Pierre Maudet, der seit 2023 dem Genfer Gesundheitsdepartement vorsteht. Er folgt auf die abtretende Waadtländer Staatsrätin Rebecca Ruiz, die das Amt während sechs Jahren ausübte. «Rebecca Ruiz hat die klassische Laufbahn durch alle Staatsebenen absolviert. Wir verlieren mit ihr eine versierte Politikerin und geschätzte Kollegin und wünschen ihr für ihre private und berufliche Zukunft von Herzen alles Gute», sagte GDK-Präsident Lukas Engelberger.

Neu in den GDK-Vorstand gewählt wurde Staatsrat Roger Nordmann, der Ende Mai das Amt als Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements des Kantons Waadt antritt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder wurden im Amt bestätigt. Roger Nordmann wurde zudem in das Beschlussorgan der hochspezialisierten Medizin gewählt.

Die Jahrestagung fand teilweise in Anwesenheit von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider statt. Im Rahmen des Dialogs Nationale Gesundheitspolitik beschäftigten sich die Mitglieder der GDK und die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Innern unter anderem mit der Entwicklung der Gesundheitskosten und der Prämien sowie mit dem Programm zur Förderung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen DigiSanté. Dieses Vorhaben ist für das Schweizer Gesundheitswesen von entscheidender Bedeutung und wird von den Kantonen ausdrücklich unterstützt.

Der mit DigiSanté entstehende Gesundheitsdatenraum (SwissHDS) schafft den strukturellen Rahmen für einen effizienten und medienbruchfreien Austausch von Gesundheitsdaten und fördert somit die vernetzte Versorgung in der Schweiz. Die GDK begrüsst, dass der Bund die Realisierung des SwissHDS in enger Zusammenarbeit mit Kantonen, Branche und weiteren relevanten Akteuren angehen will.

Auskünfte:

  • Regierungsrat Lukas Engelberger, Präsident GDK – via Tobias Bär, Kommunikationsverantwortlicher GDK, 031 356 20 39, tobias.baer@gdk-cds.ch 

  • Staatsrat Mathias Reynard, 027 606 50 90