Personalsicherung

Die Akteure des Gesundheitswesens sind gefordert, genügend Personal auszubilden sowie die Massnahmen zur Personalerhaltung und zur Förderung des Wieder- und Quereinstieges zu verstärken. Auch die GDK und die Kantone engagieren sich in diesem Bereich.

Personalprognosen und Ausbildungsbedarf

Der Bund, die Kantone und die Gesundheitsbranche haben in den vergangenen Jahren verschiedene Massnahmen zur Nachwuchssicherung ergriffen. Wie hat sich dies auf die Zahl der Ausbildungsabschlüsse im Pflege- und Betreuungsbereich in den vergangenen Jahren ausgewirkt? Mit welchem Personalbedarf ist in den kommenden Jahren zu rechnen und inwiefern kann dieser Bedarf gedeckt werden?

Antworten auf diese und andere Fragen gibt der Nationale Versorgungsbericht 2021 (PDF, 2 MB), der die Resultate der beiden Berichte von 2009 und 2016 aktualisiert. Der Bericht wurde vom Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan), der GDK sowie der Nationalen Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit OdASanté erarbeitet.

Die Zahl der Ausbildungsabschlüsse konnte zwischen 2012 und 2019 auf allen Qualifikationsstufen der Pflege deutlich gesteigert werden, auf der Tertiärstufe gar um zwei Drittel. Dadurch hat sich auch das Verhältnis zwischen Nachwuchsangebot und -bedarf gegenüber dem letzten Versorgungsbericht von 2016 (PDF, 4 MB) verbessert. Trotz der erfreulichen Entwicklungen und Prognosen bei den Ausbildungsabschlüssen im Pflegebereich besteht bis 2029 mit dem prognostizierten Deckungsgrad von 67% beziehungsweise 80% noch immer eine deutliche Lücke zwischen Angebot und Bedarf. Neben einer weiteren Steigerung der Ausbildungsabschlüsse braucht es deshalb auch Massnahmen zum Erhalt des Gesundheitspersonals.

Kantonale Ausbildungsverpflichtungen

Die Kantone haben bei den Spitälern und Kliniken seit Inkrafttreten der neuen Spitalfinanzierung 2012 Ausbildungsverpflichtungen für nicht universitäres Gesundheitspersonal eingeführt. Viele Kantone kennen auch Ausbildungsverpflichtungen für Pflegeheime und Spitex-Organisationen. Die Betriebe werden dazu verpflichtet, in Abhängigkeit der Betriebsgrösse und Personalzusammensetzung Ausbildungsplätze anzubieten.

Verschiedene Studien zum Kosten-Nutzen-Verhältnis der praktischen Ausbildung (Lehrstellen, Praktika) im Gesundheitsbereich haben gezeigt, dass diese selten kostendeckend sind. Die resultierenden Kosten sind je nach Versorgungsbereich und je nach Ausbildungsstufe und Beruf unterschiedlich.

Auf der Grundlage der Ergebnisse aus einem Berechnungsmodell hat der Vorstand der GDK im Juni 2015 Empfehlungen (PDF, 194 KB) betreffend der Nettonormkosten der praktischen Ausbildung verabschiedet. Mit dem Beschluss soll das Bewusstsein für die Kosten der Ausbildungstätigkeit geschärft werden. Die Kenntnis über die Höhe der Nettonormkosten bildet zudem die Grundlage für die Abgeltung und für die Schaffung von Ausgleichsgefässen (Bonus-Malus-Systeme) für Ausbildungskosten.

Volksinitiative «Für eine starke Pflege»

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) reichte am 7. November 2017 die Volksinitiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative)» ein. Die Pflegeinitiative will Bund und Kantone verpflichten, für eine ausreichende, allen zugängliche Pflege von hoher Qualität zu sorgen und dazu genügend diplomiertes Pflegefachpersonal auszubilden. Die Initiative verlangt vom Bund zudem, die Leistungen festzulegen, die Pflegefachpersonen in eigener Verantwortung zulasten der Sozialversicherungen erbringen dürfen. Der Bundesrat hat die Pflegeinitiative am 9. März 2018 ohne Gegenvorschlag abgelehnt. Gleichzeitig hat er das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) beauftragt, unter Einbezug der wichtigsten Akteure und des Initiativkomitees weitere Massnahmen zu prüfen und zu erarbeiten.

Der Vorstand der GDK hat sich im August 2018 mit der Pflegeinitiative befasst und eine Stellungnahme (PDF, 282 KB) beschlossen. Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK-NR) hat einen indirekten Gegenvorschlag erarbeitet (Pa. Iv. 19.401). Die GDK hat im Juni 2019 zum Gesetzesentwurf Stellung genommen (Kurzfassung Position GDK (PDF, 264 KB) / Detail-Stellungnahme (PDF, 329 KB)).

Weiterführende Informationen

Kontakt