Personalsicherung

Personalprognosen und Ausbildungsbedarf

Wieviel zusätzliches Gesundheitspersonal wird bis in 10 Jahren in Spitälern, Kliniken, Pflegeheimen und in der Spitex benötigt? Wie haben sich die Beschäftigtenzahlen in den nicht-universitären Gesundheitsberufen in den vergangenen Jahren entwickelt? In welchem Mass decken die Ausbildungsabschlüsse den jährlichen Nachwuchsbedarf, der sich aus den Personalprognosen ergibt? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt der Nationale Versorgungsbericht für die Gesundheitsberufe (PDF, 4 MB), den die GDK und die nationale Dach-Organisation der Arbeitswelt Gesundheit, OdASanté, 2016 publiziert haben. Der Versorgungsbericht ist in enger Zusammenarbeit mit dem Obsan entstanden. Prognosen zum künftigen Personal- und Ausbildungsbedarf sind eine wichtige Grundlage für die kantonalen Versorgungsplanungen sowie für die bedarfsgerechte Steuerung der Ausbildung. Der Bericht zeigt zudem Handlungsfelder und Massnahmen auf, die sich an die verschiedenen Akteure richten, und stellt Beispiele guter Praxis vor.

Kantonale Ausbildungsverpflichtungen

Die Kantone haben bei den Spitälern und Kliniken seit Inkrafttreten der neuen Spitalfinanzierung 2012 Ausbildungsverpflichtungen für nicht universitäres Gesundheitspersonal eingeführt. Viele Kantone kennen auch Ausbildungsverpflichtungen für Pflegeheime und Spitex-Organisationen. Die Betriebe werden dazu verpflichtet, in Abhängigkeit der Betriebsgrösse und Personalzusammensetzung Ausbildungsplätze anzubieten.

Verschiedene Studien zum Kosten-Nutzen-Verhältnis der praktischen Ausbildung (Lehrstellen, Praktika) im Gesundheitsbereich haben gezeigt, dass diese selten kostendeckend sind. Die resultierenden Kosten sind je nach Versorgungsbereich und je nach Ausbildungsstufe und Beruf unterschiedlich.

Auf der Grundlage der Ergebnisse aus einem Berechnungsmodell hat der Vorstand der GDK im Juni 2015 Empfehlungen (PDF, 194 KB) betreffend der Nettonormkosten der praktischen Ausbildung verabschiedet. Mit dem Beschluss soll das Bewusstsein für die Kosten der Ausbildungstätigkeit geschärft werden. Die Kenntnis über die Höhe der Nettonormkosten bildet zudem die Grundlage für die Abgeltung und für die Schaffung von Ausgleichsgefässen (Bonus-Malus-Systeme) für Ausbildungskosten.

Volksinitiative «Für eine starke Pflege»

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) reichte am 7. November 2017 die Volksinitiative «Für eine starke Pflege (Pflegeinitiative)» ein. Die Pflegeinitiative will Bund und Kantone verpflichten, für eine ausreichende, allen zugängliche Pflege von hoher Qualität zu sorgen und dazu genügend diplomiertes Pflegefachpersonal auszubilden. Die Initiative verlangt vom Bund zudem, die Leistungen festzulegen, die Pflegefachpersonen in eigener Verantwortung zulasten der Sozialversicherungen erbringen dürfen. Der Bundesrat hat die Pflegeinitiative am 9. März 2018 ohne Gegenvorschlag abgelehnt. Gleichzeitig hat er das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) beauftragt, unter Einbezug der wichtigsten Akteure und des Initiativkomitees weitere Massnahmen zu prüfen und zu erarbeiten.

Der Vorstand der GDK hat sich im August 2018 mit der Pflegeinitiative befasst und eine Stellungnahme (PDF, 282 KB) beschlossen. Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK-NR) arbeitet seit Januar 2019 an einem indirekten Gegenvorschlag (Pa. Iv. 19.401). Die GDK unterstützt die darin verfolgten Ziele.

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